21. April 2021

Glasfaser-Ausbau in Deutschland

Der Glasfaser-Ausbau ging in Deutschland lange Zeit nur schleppend voran. Durch neue Fördergelder und Eigeninitiativen der Anbieter in den letzten Jahren ist Deutschland nun aber auf der Überholspur. Laut dem Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (BREKO) rückt ein flächendeckendes Gigabit-Netz nun wieder in greifbare Nähe. Im Folgenden erfahren Sie alles Wichtige rund um die aktuellen Zahlen für FTTB/H-Anschlüsse, Glasfaser-Tarife und geplante Ausgaben für den Glasfaser-Ausbau.

Infografik zum Glasfaser-Ausbau in Deutschland mit den wichtigsten Zahlen und Fakten

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Zwei Drittel der verfügbaren Glasfaseranschlüsse sind inaktiv

Der Glasfaser-Ausbau geht in Deutschland stetig voran. Seit dem Jahr 2016 bis 2020 hat sich die Zahl der Glasfaseranschlüsse nahezu verdoppelt. Auch der Anteil der aktiven Anschlüsse steigt zunehmend. Im Jahr 2020 nutzt mehr als ein Drittel der Privathaushalte mit einem Glasfaseranschluss diesen aktiv. Doch warum sind so viele Anschlüsse inaktiv, obwohl ein Glasfaseranschluss vorhanden ist? Dafür gibt es zwei Gründe: den Nutzen und die Kosten.

Die hoch entwickelte Glasfaser-Technologie ermöglicht eine sekundenschnelle Übertragung von großen Datenpaketen. Diese Technologie flächendeckend auszubauen, kostet viel Geld. Daher sind die monatlichen Beiträge für Glasfaser-Internet noch deutlich höher als für DSL- oder Internet über den Kabelanschluss. Aktuell kosten Tarife mit Übertragungsraten von einem Gigabit pro Sekunde je nach Anbieter zwischen 50 und 100 Euro monatlich. Viele Haushalte in Deutschland sind jedoch nicht bereit, mehr Geld für einen schnelleren Anschluss zu bezahlen. Sie nutzen die Technologie daher nicht, obwohl sie verfügbar wäre. Andere Anschlussinhaber wiederum benötigen die Highspeed-Datenübertragung einfach nicht. Denn nur wer in seinem Alltag häufig große Datenpakete versenden oder empfangen muss, profitiert von solch schnellen Übertragungsraten. Aufgrund der Corona-Pandemie steigt allerdings jetzt schon der Bedarf an größeren Bandbreiten im Privathaushalt. Die Menschen arbeiten vermehrt im Homeoffice und sind auf Videokonferenzen mit hoher Bild- und Tonqualität angewiesen. So kommt es immer häufiger zu hohen Nutzungsraten bandbreitenintensiver Anwendungen. Die Anbieter reagieren auf die veränderte Nachfrage und machen bereits jetzt attraktive Aktionsangebote.

Deutsche Internetanbieter investieren zunehmend in den Glasfaser-Ausbau

In Deutschland erfolgt der FTTB/H-Ausbau in erster Linie durch sogenannte sonstige Marktakteure. Damit sind Anbieter von Glasfaser-Internettarifen, wie z. B. PŸUR gemeint. Hinzu kommen staatliche Förderungen für den gezielten Ausbau von Gebieten, in denen das Internet zu langsam ist. Andere Länder, wie Estland und Schweden, setzen dagegen stark auf einen kommunalen Ausbau. Das bedeutet, dass Kommunen das Netz aufbauen und es die verschiedenen Anbieter gegen ein Entgelt nutzen.

Innerhalb der letzten neun Jahre haben die Breitbandanbieter in Deutschland etwa 76,2 Mrd. Euro in den Ausbau der Glasfasernetz-Infrastruktur investiert. Dabei sind die Gesamtinvestitionen in jedem Jahr kontinuierlich gestiegen. Waren es im Jahr 2010 noch weniger als sechs Mrd. Euro, so wurden 2019 bereits über 9,5 Mrd. Euro investiert. Zum Vergleich: Für das Jahr 2020 waren etwa genauso viel, ca. 8,4 Mrd. Euro, als Investitionen des Bundes in den Straßenverkehr eingeplant.

Infografik zum Ausbau des Glasfasernetzes in den Bundesländern

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Stadt vs. Land – Großes Gefälle der Glasfaser-Verfügbarkeit

Unsere Glasfaser-Ausbau-Karte zeigt: Hamburg ist Spitzenreiter, wenn es um den Anteil von Haushalten mit einem FTTB/H-Anschluss geht. Dies verdeutlicht, dass große Unterschiede zwischen der Glasfaser-Verfügbarkeit in städtischen und ländlichen Regionen bestehen. Laut dem Breitbandatlas 2020 sind in Städten rund 60 Prozent der Haushalte an ein Breitbandnetz mit Gigabit-Geschwindigkeiten angeschlossen. Auf dem Land sind es dagegen nur 16,7 Prozent der Haushalte. Zu Recht sagt Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, hierzu:

Eine digitale Spaltung zwischen gut versorgten Ballungsräumen und unterversorgten Regionen darf es im Jahr 2020 nicht mehr geben.

Darum engagiert sich PŸUR dafür, den Ausbau der Glasfaser-Technologie auch in ländlichen und halbstädtischen Regionen voranzutreiben. Zahlreiche Infrastrukturprojekte, wie z. B. für den Kreis Lörrach oder das Netz im Landkreis Plön, tragen hier maßgeblich zur Zielerreichung eines flächendeckenden Gigabit-Netzes bis 2025 bei.

Infografik zum FTTH-Ausbau hinsichtlich der Maßnahmen der Bundesregierung

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Staatliche Förderprogramme verlangsamen den Glasfaser-Ausbau

Dort, wo kein eigenwirtschaftlicher Glasfaser-Ausbau durch die Netzbetreiber erfolgt, sollen Fördermittel die Kommunen finanziell entlasten, um sie trotzdem an das Breitbandnetz anzuschließen. Insgesamt 6,6 Mrd. Euro wurden bislang für das Förderprogramm des Bundes für ein flächendeckendes Gigabit-Netz bewilligt. Davon wurden aber lediglich 500 Mio. Euro abgerufen. Denn es gibt immer wieder Probleme beim Verwaltungsaufwand.

Die neuen Förderungen stören zum Teil alte Förderprogramme, wie z. B. das Landesprogramm Glasfaser 2020 in Brandenburg. Die ursprüngliche Breitbandplanung musste mit der veränderten Bundesförderung abgeglichen werden, was zu einem größeren Verwaltungs- und Planungsaufwand führte. Marco Albrecht, Breitbandexperte der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, zufolge, stehe damit zunächst das Gigabit-Ziel bis 2025 auf wackligen Beinen.

Glasfaser in Deutschland: Internetanbieter treiben Ausbau voran

Umso wichtiger ist das Engagement der Netzanbieter selbst. Brandenburg konnte beispielsweise im Wettlauf um den Breitbandausbau dank des Einsatzes von PŸUR seit 2017 aufholen. Im Spreewald und in der Prignitz wurde ein schneller Glasfaser-Ausbau ohne Bundesfördermittel realisiert.

Infografik über die Herausforderungen und Prognosen des Glasfaser-Ausbaus in Deutschland

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Videostreaming und Cloud Computing steigern den Glasfaser-Bedarf

Seit 2010 ist das durchschnittliche Datenvolumen pro Breitbandanschluss jedes Jahr exponentiell gestiegen. Allein für das Jahr 2020 war im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von fast 30 Prozent zu verzeichnen. Über 168 Gigabyte fließen pro Monat durch einen Breitbandanschluss. Dies verdeutlicht, wie wichtig der Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur in Deutschland ist. Grund für den gesteigerten Bedarf an schneller Datenübertragung ist in zahlreichen digitalen Anwendungen zu finden:

  • Videostreaming: Immer mehr Personen nutzen Video-On-Demand-Angebote von YouTube, Fernsehsender-Mediatheken sowie Streamingdiensten wie Netflix oder Amazon Prime – auch über mobile Endgeräte. Vor allem die hochauflösenden 4K-Filme und -Serien erweisen sich dabei als wahre Bandbreitenfresser.
  • Cloud Computing: Zahlreiche Unternehmen sowie Privathaushalte benötigen verstärkt symmetrische Breitbandverbindungen mit identischen Down- und Upstream-Geschwindigkeiten für moderne Cloud-Speicherlösungen.
  • Smart X: Die zunehmende Anzahl an Projekten in den Bereichen Smart Home, Smart Metering, Smart Industry und Smart Cities werden den Bedarf an Breitbandgeschwindigkeiten weiter erhöhen. Selbst wenn die Schnittstellen über WLAN angebunden sind – abgeführt werden die Daten oftmals über die Festnetzverbindung.

Deutschland ist auf der Überholspur

Deutschland ist mit Platz fünf der am schnellsten wachsenden Glasfasermärkte in Europa auf der Überholspur. Der Bundesverband BREKO ist optimistisch, was den künftigen Ausbau der Glasfaser-Technologie betrifft. Bis zum Jahr 2023 sollen 22 Mio. Haushalte über einen Glasfaseranschluss verfügen. Dies würde, ausgehend vom Stand 2019 mit 6,1 Mio. Haushalten, einem Wachstum von über 260 Prozent entsprechen.

Aktuell ist ein Glasfaserzugang mit FTTB/H in Deutschland noch ein kleiner Luxus. Doch mit der Realisierung einer flächendeckenden Gigabit-Infrastruktur sind auch günstigere Preise für Verbraucher in der Zukunft zu erwarten. Wenn Sie Interesse an einem FTTB/H-Anschluss haben, steht Ihnen PŸUR als kompetenter Glasfaser-Berater gern zur Seite. Hier erfahren Sie mehr über die Technologien und individuellen Lösungen, die für Ihre Wohneinheit möglich sind.