DSL oder Kabel?

Unterschiede beider Internetanschlüsse.

Fast jeder Haushalt in Deutschland nutzt Internet. Doch welcher Anschluss ist besser, Kabel oder DSL? Erfahren Sie hier, worin die Unterschiede liegen und wie Sie den optimalen Anschluss für Ihr Zuhause finden.

Was ist DSL- und was ist Kabel-Internet?

DSL oder Kabel-Internet hat jeder schon einmal gehört. Was diese beiden Begriffe bedeuten, wissen viele Nutzer jedoch nicht. Dabei spielt das eine große Rolle bei der Entscheidung, ob der Internetanschluss lieber über Kabel oder DSL laufen sollte. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Alternativen ist, dass DSL das Internet über eine Telefonleitung ermöglicht, während dies bei Kabel über das TV-Breitbandkabelnetz läuft.

Internet durch das Telefonnetz: DSL

Digital Subscriber Line (DSL), zu Deutsch Digitaler Teilnehmeranschluss, bezeichnet eine Technologie, die zum Versenden von Daten das Telefonnetz nutzt. Entwickelt hat sich diese Übertragungstechnik bereits in den 1960er Jahren, als erste Experimente mit der Datenübertragung durch Computertechnologie gemacht wurden. Das aus Kupfer-Doppeladern bestehende Telefonnetz bot sich dafür an, denn es war schon damals fast überall verfügbar. Mit der Entwicklung von ISDN bis hin zum heutigen Breitbandinternet steigerte sich die Übertragungsgeschwindigkeit mit dem DSL-Verfahren.

Internet über den Kabelanschluss: Kabel-Internet

Kabel-Internet nutzt den bestehenden Kabelanschluss im Gebäude, über den auch Kabelfernsehen übertragen werden kann. Die Daten werden dabei nicht über die Telefonleitung, sondern über das TV-Kabelnetz übertragen. Technisch basiert der Anschluss meist auf Koaxialkabeln oder auf einer Kombination aus Glasfaser- und Koaxialnetz. Dadurch sind hohe Bandbreiten möglich, ohne dass ein klassischer DSL-Anschluss über die Telefondose erforderlich ist.

Im Unterschied zu DSL wird die Internetverbindung bei Kabel-Internet über die Multimediadose hergestellt. Dort wird ein Kabelrouter angeschlossen, der das Signal für Internet, WLAN und je nach Tarif weitere Dienste nutzbar macht. Kabel-Internet ist deshalb vor allem dort relevant, wo ein moderner Kabelanschluss vorhanden ist und hohe Downloadgeschwindigkeiten gewünscht werden.

Glasfaser als Alternative zu DSL und Kabel

Heutzutage sind mit Glasfaser-Internet sehr hohe Datenübertragungsgeschwindigkeiten von mehreren Gigabit pro Sekunde möglich. Geht es um den Ausbau von Breitbandnetzen, setzen daher auch DSL-Anbieter immer mehr auf die Glasfasertechnologie.

Lesen Sie auch hier: Glasfaser- oder Kabel-Internet.

DSL vs. Kabel: Der Vergleich

DSL

Kabelinternet

Anbieterauswahl

Viele Verschiendene Tarife und Anbieter möglich

Meist kommt der regionale Kabelanbieter infrage

Übertragungsraten

Im Download:
- DSL: maximal 16 Mbit/s
- VDSL oder VDSL 2: maximal 100 Mbit/s
- DSL mit Supervectoring: bis zu 250 Mbit/s

Im Upload:
- Bis zu 40 Mbit/s

Im Download:
- Bis zu 1.000 Mbit/s

Im Upload:
- Mit DOCSIS 1.0 bis zu 27 Mbit/s
- Mit Kabelübertragungsstandard - DOCSIS 3.0: 240 Mbit/s
- DOCSIS 3.1: zunächst bis zu 1 Gbit/s später bis zu 10 Gbit/

Verfügbarkeit

95 Prozent der Haushalte in Deutschland sind an das Telefonnetz angebunden

75 Prozent der Haushalte in Deutschland sind an das Kabelnetz angeschlossen

Preise

- Tarife mit hohen Geschwindigkeiten meist höher als bei Kabelinternet

- Tarife mit niedrigen Datenübertragungsraten meist günstiger

- Im Vergleich zu DSL-Tarifen meist günstiger

Benötigte Hardware

Telefonanschluss, Telefondose und DSL-/VDSL-Modem

TV-Kabelanschluss, Multimediadose und Kabelmodem

Internet, Telefon und TV in Kombination

Meistens möglich, aber erst ab Übertragungsraten von 50 Mbit/s empfehlenswert

Bei PŸUR immer.

Vorteile

- Fast überall verfügbar
- Konstante Geschwindigkeit, da jeder Nutzer eine eigene Leitung hat
- Oft schneller im Upload als vergleichbare Kabeltarife

- Signal stabil, da mehrere Verstärker in regelmäßigen Abständen vorhanden sind
- Sehr schnell im Download
- Mit Glasfaser für Gigabit-Geschwindigkeiten bereit

Nachteile

- Verbindung instabil, wenn weit vom Verteilerkasten entfernt: Maximalgeschwindigkeit wird dadurch häufig nicht durchgehend erreicht
- Langsamere Downloadraten als bei Kabelinternet

- Geschwindigkeit kann zu Stoßzeiten schwanken, da mehrere Nutzer sich ein Kabel teilen
- Noch nicht in ganz Deutschland verfügbar
- Derzeit im Upload noch langsamer als vergleichbare DSL-Tarife

Für wen eignet sich Kabel und für wen DSL?

Bei der Entscheidung für einen Internetanschluss zählen vor allem zwei Kriterien: die Verfügbarkeit und die eigenen Anforderungen. So lässt sich die Frage, ob Kabel oder DSL für Sie besser ist nicht pauschal beantworten.

Zunächst müssen Sie klären, welcher der beiden Anschlüsse für Ihren Haushalt zur Verfügung steht. Während DSL-Tarife fast flächendeckend in Deutschland verfügbar sind, gibt es hinsichtlich Kabel-Internet teilweise Regionen, die nicht ausgebaut sind. Um zu erfahren, welche Geschwindigkeiten oder Tarife an Ihrem Standort möglich sind, können Sie beispielsweise die Verfügbarkeit bei PŸUR prüfen.

Sind beide Varianten verfügbar, müssen Sie sich aufgrund Ihrer Bedürfnisse und Ihres Nutzerverhaltens für DSL oder Kabel entscheiden.

Geschwindigkeit von DSL vs. Kabel

Benötigen Kunden Internet zum Arbeiten, Streamen oder für Online Gaming, so ist die Geschwindigkeit ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für DSL oder Kabel. Dabei müssen Benutzer zwischen Upload- und Download-Geschwindigkeit unterscheiden.

Hohe Download-Geschwindigkeiten mit Kabel-Internet

Hinsichtlich Download-Geschwindigkeiten hat der Kabelanschluss die Nase vorn. Denn damit sind Übertragungsraten von bis zu 1.000 Mbit pro Sekunde, auch Gigabit-Internet genannt, möglich. Wenn das Kabel-Internet direkt an ein Glasfaserkabel angeschlossen ist, lassen sich so mehrere Gigabyte an Daten in wenigen Minuten herunterladen. Vor allem Unternehmen nutzen daher gerne Kabel-Internet anstelle von DSL.

DSL schafft in der Regel etwa bis zu 100 Mbit pro Sekunde, VDSL sogar bis zu 250 Mbit pro Sekunde. Das ist mehr als genug, um Filme zu streamen, E-Mails zu schreiben oder zu recherchieren. Allerdings verlangsamt sich der Download, je weiter der DSL-Anschluss vom Verteiler entfernt ist. Möchten Sie schnell viele Daten herunterladen, sind Sie mit Kabel-Internet gut beraten.

Triple Play bei Kabel oder DSL

Ein Triple Play im Baseball ist Grund zur Freude, denn es beschreibt einen nahezu perfekten Defensivspielzug bei dem drei Spielzüge in einem vereint sind. Die Telekommunikationsbranche benutzt den Begriff Triple Play, um ein gebündeltes Angebot zu beschreiben. Ein Triple Play beinhaltet demnach:

Sowohl bei DSL als auch bei Kabel-Internet ist ein Kombiangebot mit allen drei Optionen möglich. Allerdings benötigt der Fernsehempfang über DSL mindestens eine Geschwindigkeit von 32 Mbit/s.Bei Kabel-Internet ist dagegen lediglich ein Kabelanschluss Voraussetzung, die Internetleitung wird dafür nicht belastet.

Internet, Fernsehen und Festnetz im Kombi-Paket

Mit einem Kombi-Paket werden Internet, Fernsehen und Festnetz in einem gemeinsamen Angebot gebündelt. Kunden erhalten dadurch mehrere Dienste aus einer Hand, statt einzelne Leistungen separat zu buchen. Ein solches Kombi-Paket umfasst dabei:

  • Internet für Zuhause

  • Festnetz

  • Fernsehen über den Kabelanschluss

Das Kombi-Paket ist nur über Kabel möglich. Voraussetzung ist ein geeigneter Kabelanschluss an der jeweiligen Adresse. Darüber können Internet, Fernsehen und Festnetz technisch bereitgestellt und gemeinsam genutzt werden.

DSL ist davon zu unterscheiden. Ein DSL-Anschluss nutzt die Telefonleitung für die Internetverbindung. Fernsehen kann dort je nach Anbieter zwar über IPTV oder Streaming-Dienste erfolgen, ist aber nicht Teil des hier beschriebenen Kombi-Pakets über den Kabelanschluss.

Störfaktoren DSL vs. Kabel

Eine große Rolle bei Ihrer Wahl des Internetmediums spielen sicherlich auch die verschiedenen Störfaktoren, die Ihnen begegnen könnten. Ob DSL oder Kabel, beide Internetanschlüsse können gewisse Schwachstellen aufweisen.

Bei DSL ist die Geschwindigkeit abhängig von der Leitungslänge

Bei DSL und VDSL wird das Internet im Idealfall über Glasfaserkabel an ein Multifunktionsgehäuse (MFG) geliefert, das meist auf Gehwegen steht. Von dort aus wird das Internet per Kupferleitung zum Nutzer weitergeleitet. Zwar hat jeder Kunde sein eigenes Kabel, doch die Kapazität der Hauptleitung müssen sich dennoch alle teilen. Hinzu kommt, dass Signale, die über Kupferkabel kommen, sich gegenseitig stören können.

Darüber hinaus gibt es eine Leitungsdämpfung: je länger die Kupferleitung ist, desto weniger Datenraten lassen sich realisieren und das Internet wird langsamer.Die sogenannte Vectoring-Technologie soll dem entgegenwirken. Diese befindet sich jedoch derzeit im Aufbau und ist daher noch nicht überall verfügbar.

Internet per Kabel wird über Cluster verteilt

Kommt es bei einem Kabelanschluss zu Verbindungseinbrüchen, liegt das daran, dass alle Kunden eines Gebiets in sogenannte Cluster eingeteilt sind. Das bedeutet, mehrere Nutzer teilen sich eine Leitung. Je nachdem, wie viele Kunden an dem Standort sind und wie viele davon gleichzeitig das Internet nutzen, kann die Übertragungsrate abnehmen.In der Regel achten Anbieter jedoch darauf, die Kapazitäten gut zu verteilen.

Welche Hardware wird für Kabel-Internet oder DSL benötigt?

Für Kabel-Internet und DSL wird jeweils ein passender Router benötigt. Entscheidend ist dabei die Anschlussart: Ein DSL-Router wird an der Telefondose angeschlossen, ein Kabelrouter an der Multimediadose des Kabelanschlusses.

Moderne Router verbinden in der Regel mehrere Funktionen in einem Gerät. Sie stellen die Internetverbindung her, verteilen das Signal per WLAN oder LAN im Haushalt und können je nach Modell auch für Festnetztelefonie genutzt werden. Ein separates Modem ist in vielen Fällen nicht mehr notwendig, da diese Funktion bereits im Router integriert ist.

Wichtig ist, dass der Router zur jeweiligen Technologie passt. Ein DSL-Router kann nicht einfach für Kabel-Internet genutzt werden und ein Kabelrouter nicht für einen DSL-Anschluss. Je nach Anbieter und Tarif wird ein geeignetes Gerät bereitgestellt, gemietet oder kann selbst gekauft werden. Vor der Nutzung sollte deshalb geprüft werden, welcher Router für den gebuchten Anschluss vorgesehen ist.

DSL vs. Kabel: Unterschiede bei den Kosten

Bei gleichwertigen Tarifen mit demselben Umfang unterscheiden sich die Kosten zwischen den beiden Internetanschlüssen nicht großartig. Meist bieten Kabelanbieter ein etwas besseres Preis-Leistungsverhältnis an. Wenn es um niedrige Übertragungsraten geht, finden sich bei den DSL-Anbietern teils sehr günstige DSL-Angebote. Möchten Sie hohe Geschwindigkeiten für einen guten Preis, dann eignet sich unter Umständen eher Kabel-Internet oder Glasfaser für Sie.

Wie viel Internet Bandbreite benötige ich?

Je mehr Personen und Geräte gleichzeitig online sind, desto wichtiger wird die Höhe der Bandbreite. Ein zu kleiner Tarif spart kurzfristig Geld, kann im Alltag aber schnell zu Engpässen, Rucklern, Wartezeiten und Frust führen.

Maximale Reserve.

Wenn viel parallel passiert, bleibt genug Spielraum. Die stärkste Option für alle, die nicht nachrechnen möchten, ob die Verbindung noch reicht.

  • Ideal für 4K-Streaming, Gaming & große Downloads
  • Besonders stark für Familien & Wohngemeinschaften
  • Maximale Reserve für viele Geräte gleichzeitig
Mehr erfahren

Fürs Homeoffice.

Mehr Luft nach oben, wenn Alltag und Arbeit gleichzeitig laufen. Eine starke Wahl, wenn der Anschluss auch bei hoher Nutzung gelassen bleiben soll.

  • Sehr gut für Homeoffice & Videokonferenzen
  • Viel Reserve für Streaming, Cloud & Downloads
  • Ideal für Haushalte mit mehreren aktiven Geräten

Fürs Heimnetz.

Ein guter Mittelweg, wenn mehr als Basisnutzung gefragt ist. Spürbar mehr Reserve als 50 Mbit/s, ohne direkt zur höchsten Stufe zu greifen.

  • Gut für mehrere Geräte im Heimnetz
  • Geeignet für Streaming, Homeoffice & Videocalls
  • Starker Mittelweg aus Leistung, Reserve & Preis

Für den Einstieg.

Für sehr einfache Nutzung ausreichend. Sobald mehrere Geräte, Streams oder größere Downloads dazukommen, lohnt der Blick auf 250 Mbit/s.

  • Günstiger Einstieg für einfache Online-Nutzung
  • Gut für Surfen, E-Mail & Messenger
  • Geeignet für wenige Geräte gleichzeitig

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FAQs zu DSL oder Kabel