Router neu starten und richtig zurücksetzen

Wenn das Internet stockt oder das WLAN ausfällt, kann ein Router-Neustart helfen. Dabei bleiben Ihre gespeicherten Einstellungen erhalten. Ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen löscht dagegen Ihre individuelle Konfiguration. Prüfen Sie deshalb zuerst, welche Maßnahme zu Ihrem Problem passt.
Wann hilft ein Neustart des Routers?
Ein Neustart beendet den laufenden Betrieb und startet die Router-Software erneut. Das kann vorübergehende Fehler beheben. Eine beschädigte Leitung oder eine Netzstörung kann ein Neustart nicht beheben. Ungünstige WLAN-Bedingungen bleiben ebenfalls bestehen.
Typische Anzeichen für einen nötigen Neustart
Ein Neustart kommt infrage, wenn mehrere Geräte plötzlich keine Verbindung mehr herstellen oder die Router-Oberfläche nicht reagiert. Bevor Sie den Router ausschalten, grenzen Sie den Fehler mit drei kurzen Tests ein:
Öffnen Sie mehrere Webseiten oder Apps. Ist nur ein Dienst betroffen, prüfen Sie zunächst diesen Dienst.
Testen Sie ein zweites Gerät im selben WLAN. Achten Sie beim Smartphone darauf, dass es nicht unbemerkt mobile Daten nutzt.
Verbinden Sie nach Möglichkeit einen Computer per LAN-Kabel direkt mit dem Router. Funktioniert LAN, aber WLAN nicht, prüfen Sie zunächst die Funkverbindung.
Funktioniert nur ein Gerät nicht, starten Sie zuerst dieses Gerät neu oder verbinden Sie es erneut mit dem WLAN. Sind mehrere Geräte über LAN und WLAN betroffen, prüfen Sie die Router-Anzeigen und die Störungshinweise Ihres Anbieters. Ohne erkennbaren Hinweis auf ein laufendes Update kann ein Router-Neustart der nächste Schritt sein.

Welche Einstellungen bei einem Neustart erhalten bleiben
Bei einem normalen Neustart bleiben WLAN-Name, WLAN-Passwort und gespeicherte Zugangsdaten erhalten. Auch bereits gespeicherte Regeln für Gastzugang, Kindersicherung oder Portfreigaben werden nicht durch den Neustart gelöscht.
Laufende Verbindungen werden allerdings unterbrochen. Das betrifft Downloads, Videokonferenzen und die Festnetztelefonie über den Router. Geben Sie anderen Personen im Haushalt deshalb vorher Bescheid. Ein regelmäßiger Neustart erhöht nicht automatisch Ihre Tarifgeschwindigkeit.
Router richtig neu starten
Sie können viele Router über ihre Benutzeroberfläche neu starten. Ist diese noch erreichbar, wählen Sie dort ausdrücklich „Neu starten“ und nicht „Werkseinstellungen“. Bei einer FRITZ!Box finden Sie die Funktion üblicherweise unter „System“ und „Sicherung“, je nach Softwareversion im Bereich „Neustart“. Alternativ können Sie die Stromversorgung kurz unterbrechen.
Stromverbindung sicher trennen
Unterbrechen Sie kein laufendes Firmware-Update. Die Firmware ist die Betriebssoftware des Routers. Ein blinkendes Licht allein zeigt noch nicht, ob ein Update läuft. Prüfen Sie die Anzeige in der Benutzeroberfläche oder die Bedeutung der Leuchten in der Geräteanleitung.
Speichern Sie laufende Arbeiten und beenden Sie Gespräche oder Videokonferenzen.
Schalten Sie den Router über den Ein-/Ausschalter aus, sofern vorhanden. Ziehen Sie anschließend den Netzstecker am Steckergehäuse aus der Steckdose.
Warten Sie etwa 30 Sekunden, sofern die Geräteanleitung keinen anderen Zeitraum vorgibt.
Lassen Sie DSL-, Koaxial- und Netzwerkkabel für diesen einfachen Neustart angeschlossen.
Drücken Sie keine Reset-Taste und führen Sie keinen Gegenstand in eine Reset-Öffnung ein. Diese Bedienung kann ein Zurücksetzen auslösen. Ist ein Netzteil oder Stromkabel sichtbar beschädigt, nutzen Sie es nicht weiter und lassen Sie es fachgerecht prüfen oder ersetzen.
Router vollständig hochfahren lassen
Stecken Sie das Netzteil wieder ein und schalten Sie den Router gegebenenfalls ein.
Warten Sie mehrere Minuten. Das Gerät muss hochfahren und die Verbindung zum Anschluss erneut herstellen. Unterbrechen Sie diesen Vorgang nicht durch weitere Neustarts.
Prüfen Sie die für Internet beziehungsweise DSL oder Kabel zuständige Anzeige anhand der Geräteanleitung. Nicht jede Leuchte muss dauerhaft leuchten.
Öffnen Sie anschließend eine Webseite. Prüfen Sie bei Bedarf auch ein zweites Gerät und die gebuchte Festnetztelefonie.
Nutzen Sie ein separates Modem oder einen Glasfaser-ONT, müssen Sie dieses Gerät nicht bei jedem Router-Neustart ausschalten. Ist auch dort ein Neustart vorgesehen, lassen Sie zuerst das Modem beziehungsweise den ONT betriebsbereit werden und starten Sie danach den Router. Lassen Sie die Glasfaserverkabelung unverändert.

Wann ist das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen sinnvoll?
Ein Werksreset ist kein gewöhnlicher Neustart. Er kann sinnvoll sein, wenn fehlerhafte Einstellungen den Betrieb verhindern, Sie ein gebrauchtes Gerät neu einrichten oder Ihren eigenen Router weitergeben möchten. Bei vergessenem Verwaltungskennwort prüfen Sie zunächst die Wiederherstellungsmöglichkeiten des Herstellers.
Besteht eine bekannte Anschlussstörung, behebt ein Werksreset diese nicht. Setzen Sie einen Router daher nicht allein deshalb zurück, weil ein Neustart erfolglos war. Bei einem bereitgestellten PŸUR Gerät klären Sie vorher anhand der Geräteanleitung oder mit unserem Service, wie die Einrichtung danach erfolgt.
Unterschied zwischen Neustart und Zurücksetzen
Maßnahme | Was passiert? | Was müssen Sie anschließend tun? |
|---|---|---|
Neustart | Der Router startet seine Software und Verbindungen neu. Gespeicherte Einstellungen bleiben erhalten. | Hochfahren abwarten und die Verbindung prüfen. |
Werkseinstellungen | Der Router löscht individuelle Einstellungen und kehrt zur vorgesehenen Ausgangskonfiguration zurück. | Internetzugang, WLAN und weitere Funktionen neu einrichten oder geeignete Sicherungen verwenden. |
Die Beschriftung „Reset“ steht häufig für das Zurücksetzen. „Reboot“ oder „Restart“ bezeichnet meist einen Neustart. Entscheidend ist die Beschreibung in der Anleitung Ihres Modells, nicht allein die Aufschrift einer Taste.
Welche Einstellungen beim Zurücksetzen verloren gehen
Je nach Router betrifft das unter anderem Ihren eigenen WLAN-Namen und das WLAN-Passwort, das Verwaltungskennwort, Internet- und Telefonieeinstellungen sowie Regeln für Gastnetz und Kindersicherung. Auch VPN-Konfigurationen, Portfreigaben und auf dem Router gespeicherte Telefoniedaten können betroffen sein.
Fotos und Dokumente auf Ihrem Computer oder Smartphone löscht der Router dadurch nicht. Gespeicherte Daten direkt auf dem Router müssen Sie dagegen gesondert berücksichtigen. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass sämtliche Dienste nach einem Reset automatisch wieder eingerichtet werden.
Router auf Werkseinstellungen zurücksetzen
Beginnen Sie erst, wenn die Zugangsdaten und die Anleitung für die anschließende Einrichtung vorliegen. Planen Sie eine Zeit ein, in der Ihr Haushalt Internet und Festnetz über den Router entbehren kann.
Zugangsdaten und Einstellungen vorher sichern
Speichern Sie über die Router-Oberfläche eine Sicherung der Einstellungen auf Ihrem Computer, sofern Ihr Gerät diese Funktion bietet.
Notieren Sie das Kennwort der Sicherungsdatei an einem geschützten Ort. Eine verschlüsselte Sicherung lässt sich ohne dieses Kennwort nicht wiederherstellen.
Halten Sie die für Ihren Anschluss erforderlichen Internet- und Telefoniedaten sowie die voreingestellten Router-Zugangsdaten bereit. Eine Sicherungsdatei zeigt Ihnen die Zugangsdaten nicht automatisch im Klartext.
Sichern Sie bei Bedarf Telefonbücher, Anrufbeantworter-Nachrichten und weitere Gerätedaten nach der Herstelleranleitung. Fotografieren Sie die Verkabelung ohne sichtbare Passwörter.
Bei einer FRITZ!Box finden Sie die Sicherungsfunktion unter „System“ und „Sicherung“. Die genaue Auswahl hängt von der Softwareversion ab. Lassen Sie sich die Datei tatsächlich auf dem Computer speichern, bevor Sie fortfahren.
Starten Sie anschließend das Zurücksetzen nach der Anleitung Ihres Modells. Bei einer FRITZ!Box wählen Sie unter „System“ und „Sicherung“ die Funktion „Werkseinstellungen laden“ und bestätigen den Vorgang. Bei Geräten mit Reset-Taste gelten modellspezifische Tastendauern. Eine pauschale Haltezeit für alle Router gibt es nicht.
Router anschließend neu einrichten
Lassen Sie den Router nach dem Zurücksetzen vollständig starten. Verbinden Sie einen Computer möglichst per LAN oder melden Sie sich am voreingestellten WLAN an. Nutzen Sie für die Anmeldung die Angaben auf dem Gerät oder in den mitgelieferten Unterlagen.
Öffnen Sie die Router-Oberfläche und starten Sie den Einrichtungsassistenten.
Richten Sie den Internetzugang mit den für Ihre Anschlussart vorgesehenen Angaben ein. Eine automatische Konfiguration nutzen Sie nur, wenn Ihr Gerät und Anschluss sie unterstützen.
Legen Sie sichere Kennwörter und den gewünschten WLAN-Namen fest. Verbinden Sie Ihre Geräte mit dem neu eingerichteten Netz.
Richten Sie die gebuchte Festnetztelefonie sowie benötigte Gastzugänge oder andere Zusatzfunktionen ein und prüfen Sie diese.
Haben fehlerhafte Einstellungen den Reset ausgelöst, stellen Sie nicht sofort die gesamte alte Sicherung wieder her. Testen Sie zuerst die Grundverbindung. Ergänzen Sie weitere Einstellungen schrittweise, damit Sie einen Fehler nicht unbemerkt erneut übernehmen.
Wenn die Internetverbindung weiter gestört ist
Bleibt der Fehler bestehen, vermeiden Sie eine Folge weiterer Neustarts und Resets. Gezielte Prüfungen liefern dem Service mehr Hinweise als wiederholtes Aus- und Einschalten.
Kabel, Statusleuchten und Anschluss prüfen
Kontrollieren Sie, ob die Anschlusskabel intakt sind und korrekt sitzen. Vergleichen Sie die Verkabelung mit der Einrichtungsanleitung. Öffnen Sie keine Anschlussdosen oder Netzgeräte. Verändern Sie bei einem Glasfaseranschluss keine empfindlichen Faserstecker auf Verdacht.
Notieren Sie auffällige Leuchten und Fehlermeldungen. Ein blinkendes DSL-Licht kann beispielsweise anzeigen, dass die Leitung noch keine Verbindung aufgebaut hat. Die genaue Bedeutung ist modellabhängig. Ein WLAN-Symbol allein bestätigt nur die Funkverbindung zum Router, nicht den Zugang zum Internet.
Prüfen Sie erneut mit einem zweiten Endgerät und, wenn möglich, per LAN. Funktioniert die Verbindung am Kabel, konzentrieren Sie sich auf WLAN-Empfang, Router-Standort und die betroffenen Geräte. Fallen auch kabelgebundene Verbindungen aus, kommen Router und Anschluss als Fehlerquellen infrage.
Störung prüfen und passende Hilfe nutzen
Nutzen Sie bei PŸUR den Störungsassistenten in MEIN PŸUR. Falls Ihr Anschluss keinen Internetzugriff ermöglicht, können Sie dafür beispielsweise die mobilen Daten Ihres Smartphones verwenden. Dort erhalten Sie Unterstützung bei der Diagnose und können eine Störung melden.
Halten Sie den Beginn der Störung, betroffene Geräte, die Art der Verbindung und angezeigte Fehlermeldungen bereit. Nennen Sie auch die bereits durchgeführten Tests und ob der Fehler nach einer Änderung auftrat. Bei einem eigenen Router hilft zusätzlich die Modellbezeichnung. Geben Sie keine WLAN- oder Verwaltungskennwörter öffentlich weiter.
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